Nach – gedacht

Liebe Leserinnen und Leser,

Wir durchleben gerade eine besondere Zeit. Für viele ist sie mit Sorgen und offenen Fragen verbunden. Ich möchte ihnen eine Geschichte erzählen. Es ist eine Erzählung, die Mut macht und mit Gott zu tun hat. Sie heißt

„Spuren im Sand“.

 Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn. Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens. Besorgt fragte ich den Herrn: “Herr, als ich anfing, dirnachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?“ Da antworteteer: „ Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort wo du nur einen Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen“.

Manchmal denken wir, unser Leben sei aus der Spur geraten.Wir fühlen uns von Gott und der Welt verlassen. Und doch ist er da. Begleitet uns. Trägt uns. Bleibt uns auf den Fersen. Ist es nicht so, dass uns das oft erst im Nachhinein bewusst wird? In derRückschau geht uns auf, dass Gott uns nicht schwere Stunden erspart. Aber Gott lässt uns nicht allein. Er hilft uns durch diese Situation hindurch. Er ist bei uns und steht uns zur Seite. Martin Luther hat das einmal so ausgedrückt: “Niemals empfindet man wohl die Hand Gottes kräftiger über sich, als wann man die Jahre seinesLebens betrachtet und mit dieser Erfahrung nach vorne schaut.“

 Gott ist ein leid-tragender Gott. Ein Gott, der unsere Leiden mit-trägt. Gott kennt uns und er folgt uns auf dem Fuß. Von Herzen wünsche ich Ihnen allen die Erfahrung, dass Gott da ist und in Ruf und Hörweite bleibt. Die Erfahrung, dass Gott unsere Sorgen und Leiden nicht auf die leichte Schulter nimmt. Er trägt sie mit.

Möge jede*r von uns wahrnehmen, wie Gott eine Spur der Liebe, der Zuversicht und der Hoffnung in unsere Herzen legt. Er hat es gestern getan, und tut es heute und wird es auch in Zukunft tun.

 In herzlicher Verbundenheit

Ihr Gerhard Zellfelder

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