Lettische Gemeinde

Die Gottesdienste der Lettischen Evangelischen Gemeinde in Würzburg finden

vierteljährlich

samstags ab 13:30 Uhr in der Deutschhauskirche Würzburg statt.

Zum anschließenden Essen und Kaffee trinken treffen wir uns im Gemeindesaal „Remter“, Eingang: Am Schottenanger.

Wir arbeiten zusammen mit dem Verein Daugavas Vanagi.

2017  werden Gottesdienste an folgenden Terminen stattfinden:

    11. März
    03. Juni
    23. September
    09. Dezember

Jeweils nach dem Gottesdienst sind alle eingeladen zum gemeinsamen Kaffee trinken oder Essen im Remter.

Umfassende Auskunft über alle Aktivitäten der Lettischen Gemeinde bei

Ellija Klavinius Tel: 0931-41-13-61

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„In Lettland singen Kinder noch viel mehr“

Bericht der „Fränkischen Nachrichten“ über die „Lettische Kinderschule“ – von Pat Christ

*Nils ist ein sprach-begabtes Kind. Er redet Deutsch wie sein Vater. Lettisch wie seine Mutter. „Und Englisch kann ich durch die Schule jetzt auch schon ein bisschen“, erzählt der Sechsjährige. „Labdien“, „Guten Tag!“, schreibt er in der Lettischen Kinderschule der evangelischen Deutschhaus-Gemeinde in Würzburg auf ein großes Blatt Papier. Seit einem Jahr gibt es diese Einrichtung für Mädchen und Jungen aus der Region, die durch mindestens ein Elternteil lettische Wurzeln haben. Hier lesen Sie den vollständigen Artikel

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Beitrag zum lettischen Unabhängigkeitstag: „Der Löwe von Riga in Deutschhaus“ Schlaglichter auf eine jahrzehntelange Beziehung  (Stefan W. Römmelt) Wieso ziert das Wappen Rigas, der Hauptstadt Lettlands, das mittlere Chorfenster der Deutschhauskirche? Und warum feiert 2011 eine lettische Gemeinde vierteljährlich in Deutschhaus Gottesdienst? Die intensiven Verbindungen zwischen Lettland und Deutschland in der Vergangenheit dürfte den Meisten nicht nur in der Deutschhauskirchengemeinde kaum bewusst sein. Und doch spielten deutsche, zumeist adlige Großgrundbesitzer bis nach dem Ersten Weltkrieg und der weitgehenden Enteignung in Lettland eine wichtige Rolle.

Deutschhaus und Lettland – die drei Chorfenster aus dem Jahr 1924
Nach der Emigration des deutschen Adels setzt die erste, noch heute sichtbare Verbindung zwischen der Deutschhauskirche und Lettland ein. Denn bereits kurz nach Gründung der Deutschhausgemeinde im Jahr 1922 stiftete das deutsch-baltische, aus Riga stammende Ehepaar Berens von Rautenfeld 1924 die drei noch heute im Chorraum zu bestaunenden Glasfenster. Die vom Expressionismus geprägten und an mittelalterliche Glasfenster anknüpfenden Entwürfe hatte die damals 24-jährige Elisabeth Coester (1900-1941) aus Barmen geliefert – für die damalige Zeit eine mutige Entscheidung der Verantwortlichen.  Da die Fenster bereits vor dem 16. März 1945 auf Initiative des damaligen Pfarrers Schmerl ausgebaut worden waren, überstanden sie die Zerstörung Würzburgs unversehrt. Das Stifterpaar blieb der Deutschhausgemeinde bis zu seinem Tod im Jahr 1968 treu.

Gottesdienste der lettischen Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg
Mit dem Hitler-Stalin-Pakt 1939 mussten die meisten Deutschen Lettland verlassen – ein langes Kapitel deutscher Geschichte im Osten ging damit zu Ende. Nach dem Zweiten TeppichWeltkrieg blieben viele Letten in Deutschland. Seit 1957 hält die Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands im Ausland monatlich Gottesdienste in Deutschhaus. Als Zeichen der Verbundenheit bestickten lettische und deutsche Frauen 1985 einen Kelimteppich mit einem alt-lettischen Muster, der noch heute den Kaminkeller des Gemeindehauses ziert.

Zukunft der lettischen Gemeinde im Kontext der EU
Neue Zeiten kündigten sich an, als 1989 eine Gruppe junger Letten, Mitglieder eines philharmonischen Jugendchores, Deutschhaus besuchten und einen Gottesdienst mitgestalteten. Seit der EU-Mitgliedschaft Lettlands engagieren sich zunehmend auch junge Leute in der Gemeinde, so dass deren Zukunft gesichert erscheint. Die jetzt vierteljährlich stattfindenden Gottesdienste hält der im württembergischen Esslingen wohnende Erzbischof Elmars Ernst Rozitis, der „Chef“ der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland. Die Sangesfreude der Letten hört jeder Gottesdienstteilnehmer sofort. Den Erntedankgottesdienst 2011 und eine anschließende Geburtstagsfeier eines Gemeindemitglieds belebten zahlreiche Kinder deutsch-baltischer, aber auch baltisch-baltischer Ehepaare. Lichte Perspektiven für die traditionsreiche lettische Gemeinde in Würzburg. __________________________________________________________

Opernfan und Frauenfreund
Erzbischof Elmars Ernsts Rozitis – ein Kurzporträt, von Stefan W. Römmelt
Ein Erzbischof, der einer Gemeindevorsteherin den Arm um die Schulter legt – können Sie sich das vorstellen? In der Deutschhauskirche hätten Sie diesen Ausdruck der Nähe und Verbundenheit nach dem Erntedankgottesdienst der lettischen Gemeinde am 8. Oktober 2011 erleben können. Erzbischof Elmars Ernst Rozitis, der „Chef“ der Lettischen Evangelisch- Lutherischen Kirche im Ausland, hatte dort mit der Umarmung die Arbeit der langjährigen Gemeindevorsteherin Ellija Klavinius gewürdigt.

Erzbischof Rozitis und Ellija Klavinius (Foto Christoph Pollmann)

Eine globalisierte Kirche Erzbischof Rozitis, der in Tübingen, Hamburg und Wien evangelische Theologie studiert hatte und sich im Gespräch als passionierter Opernliebhaber zu erkennen gab, steht einer im wahrsten Sinn des Wortes globalisierten Kirche vor. Die Mitglieder seiner ca. 24.000 Mitglieder zählenden Kirche, die in acht Propsteien organisiert ist, leben in den USA und Kanada, Großbritannien und Deutschland, Skandinavien und Australien. Wen wundert es, dass die Kirchenleitung der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland ihre Konferenzen regelmäßig per Skype abhält, wenn die Verantwortungsträger in Sydney und Seattle, Milwaukee, London, Stockholm und Esslingen, dem Wohnort des Erzbischofs sitzen? Dennoch ist Rozitis der regelmäßige persönliche Kontakt mit seinen Gläubigen wichtig, den er als eine besondere Stärke seiner Kirche begreift.

Eine frauen-freundliche Kirche Beinahe wäre Erzbischof Rozitis Chef der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands geworden. Doch seine dezidierte Haltung in der Frage der Zulassung von Frauen zum geistlichen Amt hatte 1993 seinem konservativen, dabei wesentlich jüngeren Gegenkandidaten Janis Vanags die Mehrheit gesichert, der auch heute noch als lutherischer Erzbischof von Riga amtiert. Die konservative Haltung der Lettischen Kirche in Lettland selbst, hat diese auch innerhalb der lutherischen Gemeinschaft weitgehend isoliert. In der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland hingegen sind vier von acht Propsteien in weiblicher Hand.

Erzbischof Rozitis am Altar der Deutschhauskirche (Foto Christoph Pollmann)

Eine lebensbejahende Kirche Wenn man den Erzbischof nach der typisch lettischen Einstellung zu Gott und der Welt befragt, benutzt er die lateinische Formulierung Uti et FruiNutzen und Genießen. Was ist damit gemeint? Der äußerst umgängliche, offene und humorvolle Rozitis sieht den direkten Zugang zum Leben als wesentliches Charakteristikum der lettischen Mentalität an. Als Kern seiner Theologie formuliert er die Begegnung von Gottes Wort und menschlicher Wirklichkeit. Die lettische Freude am Gesang ist der klingende Ausdruck dieser pragmatischen und lebensbejahenden Grundhaltung: Tam Tevam pateicam …   –  Lob, Ehr und Preis sei Gott.

 

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