Seniorenkreis

Seniorenkreis Deutschhaus findet monatlich statt:

dienstags um 14.30 Uhr

im Remter der Deutschhauskirche.

Gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen, angereichert durch Referentinnen und Referenten mit kurzen Vorträgen und Anregungen.

Termine und Themen 2017

06. Juni: „Von der Öllampe zur LED“, Ref. Wolfgang Kruse

11. Juli: Mit der Transib von Moskai nach Wladiwostok“, Ref.: Valentin Bauman

05. September: Brandabwehr – Vorbeugen, Bekämpfen, Schutz für Personen, Ref. Uwe Friedrich, Berufsfeuerwehr Würzburg

Leitung: Wolfgang Kruse, Freda-Elisabeth Naundorf und Gerhard Zellfelder sowie weitere Frauen im Vorbereitungsteam. Mehr Infos im Pfarramt.

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Aktivieren der Herzen

Ein Gespräch mit Freda-Elisabeth Naundorf und Wolfgang Kruse über den Seniorenkreis

Der Seniorenkreis gehört zu den traditionsreichen Institutionen der Deutschhauskirchengemeinde. Jeden 2. und 4. Dienstag treffen sich ca. 20 Damen und einige Herren ab 65 Jahren seit mehr als 15  Jahren im Remter. Für Kaffee und Kuchen sorgt das in seiner Zusammensetzung wechselnde Seniorenkreisteam. Einblick in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser aktiven Gruppe gaben am Nikolaustag 2011 Freda-Elisabeth Naundorf, die den Seniorenkreis mehr als zwei Jahre leitete, und Wolfgang Kruse, der mit Beginn 2012 die Organisation der Nachmittage übernehmen wird.

 

Aktivierung als Zauberwort

Im Rückblick auf ihre Tätigkeit an der Spitze des Seniorenkreises formulierte Frau Naundorf die Aktivierung schlummernder Fähigkeiten und Talente als ein Kernziel ihrer Arbeit. Dazu trugen höchst unterschiedliche Referate bei: „Renner“ waren die Beiträge bekannter Persönlichkeiten aus der Pfarrei, die z. B. in einer Bilderschau über ihre Urlaubsreisen berichteten. Andere behandelten die Themen „Schifffahrt“, „ Zeit in Bibel und Physik“, „Unser Schlaf“ oder „Der Umgang mit Neid“.  Aber auch der höchst anschauliche Vortrag eines Imkers, die Bewegung mit Musik, der Austausch von Erinnerungen aus der Jugendzeit oder fröhliches Singen mit musikalischer Begleitung lockten zahlreiche Neugierige an und bereiteten den Teilnehmern große Freude. Ebenso auf  reges Interesse stießen Alters relevante Themen wie die Patientenverfügung, ein Infonachmittag der Kriminalpolizei über sicheres Wohnen und richtiges Verhalten oder eine Einführung in die Gebärdensprache.

Öffnung der Herzen

„Öffnung der Herzen“ – mit dieser Formulierung beschrieb Frau Naundorf die Bedeutung einer Begebenheit während ihrer Zeit als Leiterin des Seniorenkreises: Eine Teilnehmerin hatte ihr die eigenen Memoiren und damit ihre individuelle Lebensgeschichte anvertraut.

Der Seniorenkreis leistet mehr als nur eine Begegnung mit Gleichaltrigen bei Kaffee und Kuchen: Er bietet eine gute Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten über die scheinbaren „Banalitäten“ des Alltags und zur gegenseitigen Ermutigung.

Einheit in Gott

Frau Naundorf und Herr Kruse hoben in diesem Zusammenhang auch die konfliktfreie Kommunikation und das harmonische Miteinander hervor. Die Gleichheit vor Gott und die Einheit unter dem Dach der Kirche seien die Basis für das Gelingen und die Kontinuität des Seniorenkreises. Jedes Treffen beginnt mit einer Andacht, zu der vorher und nachher ein Lied gesungen wird. Die Gegenwart des Pfarrers sei aus diesem Grund für die SeniorInnen sehr wichtig und erwünscht.

Zukunftsperspektiven

Beim Gespräch über die Zukunft des Seniorenkreises wurde schnell deutlich, dass Frau Naundorf und Herrn Kruse eine gemeinsame Vision verbindet: Beide legen großen Wert auf die spirituelle Dimension und das harmonische Miteinander. Ein Wunsch für die Zukunft: Mehr Männer.

Stefan W. Römmelt
 
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Geschichten von Brücken-Geistern, Brunnen-Schönheiten und Brücken-Studenten –  mit Fotos von Würzburger Lieblingsorten              Seniorenkreis am 11.Oktober 2011, von Stefan W. Römmelt

Am 11. Oktober 2011 war es wieder einmal soweit. Während draußen bereits der Frühherbst mit den Blättern spielte, eröffnete Herr Kruse den gut besuchten Seniorennachmittag mit einem geistlichen Impuls zum Thema „Fehler“: Fehler als (vergebene) Chance – Guttenberg und Käßmann Plastisch arbeitete er am Beispiel von Karl Theodor von und zu Guttenberg und Margot Käßmann die unterschiedlichen Verarbeitungsmöglichkeiten von Fehlern heraus: Der ehemalige Verteidigungsminister habe den Weg des quälend langwierigen Beschönigens und Verdrängens der Wahrheit gewählt. Grundsätzlich anders habe die vormalige Präses der Evangelischen Kirche gehandelt, indem sie sich für das sofortige Eingestehen ihres Fehlverhaltens und das schnelle Ziehen von Konsequenzen entschied. Das Resultat: Glaubwürdigkeit. Käßmanns Rücktritt sei möglich gewesen, weil sie auf Gottes Hand vertraut habe. Allerdings dürfe es nicht bei Worten bleiben, eine tatsächliche Veränderung und Umkehr sei notwendig.

Herbst auf dem Tisch:
Zwetschgen- und Quitten-, Weinbergpfirsich- und Heidelbeermarmelade
Nach solch eindringlichen Worten ließen sich die Damen und der Herr gerne die hausgemachten Marmeladen schmecken, die den Geschmack des Herbstes auf den Tisch und in die Gaumen brachten. Die Spannung stieg: Welche Würzburger Lieblings-Orte hatten wohl die einzelnen Damen für die anschließende, von Herrn Kruse vorbereitete Powerpoint-Präsentation ausgewählt?

„Fotos meiner Heimatstadt Würzburg“ – Geschichten zu persönlichen „Hotspots“:  Vorträge mit Bildern kranken gelegentlich daran, dass den Betrachtern nach einer gewissen Zeit die Aufmerksamkeit abhanden kommt. Im Falle der „Fotos meiner Heimatstadt Würzburg“ war dies nicht der Fall. Da die Damen sehr persönliche Geschichten zu den von ihnen ausgewählten Orten erzählten, blieb der Spannungsbogen von Anfang bis Ende erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Alte Mainbrücke (Wolfgang Kruse)

Hotspot 1: die Alte Mainbrücke: Für eine Teilnehmerin ist die Alte Mainbrücke der „Hotspot“ – sie schwärmte vom Leben auf dem Begegnungsort, wo nicht nur Touristen neuerdings mit einem Glas Frankenwein in der Hand die Sommerabende und den Blick auf die Festung genießen. Eine andere Dame ergänzte die Sage vom Spuken der Brückenfiguren um Mitternacht: Die Heiligen würden von ihren Sockeln auf der „Männerbrücke“ herabsteigen und die Nachbarschaft erschrecken.

Foto: Sternplatzbrunnen (Wolfgang Kruse)

Hotspot 2: der Sternplatzbrunnen:In die Innenstadt führte die Wahl einer Dame, die sich für den von Lothar Forster gestalteten Sternplatzbrunnen entschieden hatte. Weniger der kecke Reiz der in den Apfel beißenden Brunnenschönheit, sondern vielmehr die Spritzoption habe für die Enkel der Dame den      Spaßfaktor geboten: Zu verlockend sei es gewesen, nach einem sommerlichen Eis nichts ahnenden Passanten mit ein paar Wassertropfen ungeahnte Erleichterung von der Hitze zu verschaffen.

Foto: Löwenbrücke (Wolfgang Kruse)

Hotspot 3: die Löwenbrücke: Eine andere Brücke, die Löwenbrücke, löste bei zwei Damen ganz unterschiedliche Geschichten aus: Dame 1 interpretierte die Löwenbrücke als ökumenisch, weil die zwei Käppele-Löwen katholisch und die Stadtseite-Löwen evangelisch seien. Dame 2 hingegen erzählte zum Abschluss die Geschichte von ihrem Sohn, der als leicht angeheiterter Verbindungsstudent eines Abends auf der Löwenbrücke liegen geblieben war. Erst der Hinweis des Vaters auf die gestrenge Mutter habe den jungen Mann wieder in Bewegung gesetzt.dfd

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