Kantorei

Die Kantorei der Deutschhauskirche umfasst ca. 35 Sängerinnen und Sänger.

Die Leitung hat Kantor Christian Reif

Tel. 09 31 – 32 94 21 67
Mobil: 01 71 – 8 02 08 56
Mail:  christianreif@ymail.com
oder   mail@christianreif.de

 

Neue Stimmen  gesucht! Singen Sie doch mit!

Proben im Remter/ Gemeindesaal der Deutschhauskirche Probentermine: montags, 19.00 – 20.00 Uhr, Stimmbildung und Übungen im Blatt-singen

Frauenchor  und Männerchor im 14tägigen Wechsel

montags,  20.00 – 21.30 Uhr, Probe Gesamtchor jeweils im Anschluss

Erfreuen Sie sich an der Kirchenmusik, am gemeinsamen Gesang und am gesellschaftlichen Leben eines großen Chors.
Wir laden Sie ein zur aktiven Freizeitgestaltung!

Neben der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste tritt die Kantorei drei- bis viermal im Jahr konzertant in der Deutschhauskirche (Sommerkonzerte in Deutschhaus, Musik bei Kerzenschein, Weihnachtskonzerte) und in der Umgebung von Würzburg auf.
Programmschwerpunkten sind Motetten und Choräle aus allen Jahrhunderten sowie Madrigale, Volkslieder und Gesänge aus allen Jahrhunderten.

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Konzerte im Rückblick
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„Mache dich auf und werde Licht“

Adventskonzert in Deutschhaus am 18. Dezember 2011

Die Adventszeit ist manchmal laut und hektisch. Einen besinnlichen Kontrast bot am Nachmittag des 18. Dezember 2011 das Chor- und Orgelkonzert in der festlich erleuchteten und gut besuchten Deutschhauskirche. Eingeladen hatte die Kantorei unter Leitung von Christian Reif, der auch die Orgel spielte. Das Programm verhieß Weihnachtsmusik aus fünf Jahrhunderten.

Advent im Blick

Den Rahmen des Konzerts bildeten stimmungsvolle Klassiker der Advents- und Weihnachtsmusik: Nachdem Andreas Hammerschmidts festlich, empathisches „Machet die Tore weit“ auf die Ankunft des Messias eingestimmt hatte, setzte das verhaltene „Adventskyrie“ Günther Raphaels einen meditativen Akzent. Hans Leo Hasslers repräsentatives „Verbum caro factum est“ und das  „Hosianna“ eines Anonymus aus dem 17. Jahrhundert führten in die Zeit der Renaissance und des Barock.

Höhepunkte: Mendelssohn-Bartholdy und Bach

Im Zentrum stand Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Johann Sebastian Bach. Der Zusammenhang: Mendelssohn-Bartholdy spielte eine maßgebliche Rolle bei der Bach-Renaissance in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Außerdem griff der vom Judentum zum Protestantismus konvertierte Mendelssohn-Bartholdy auch den Stil Bachs auf und machte ihn für das eigene Werk fruchtbar.

Ein facettenreiches Magnificat

Hörbar wurde dies schon in Mendelssohn-Bartholdys „Präludium und Fuge G-Dur für Orgel“ (Opus 37,2).  Besonders deutlich zeigte sich die Nähe Mendelssohn-Bartholdys zu Bach im „Magnificat“ für vier Stimmen: Eindrucksvoll gelang dem Chor die Vermittlung der Stärke Gottes, der mit der „Gewalt seines Arms“ die Mächtigen stürzt. Innigkeit verströmte die Speisung der Hungrigen, und auch die Ewigkeit der Wohltaten Gottes für Abraham und seine Nachkommen musizierte der Chor dicht und souverän.

Eine geschwinde Orgelfantasie

Der zweite Höhepunkt des Konzerts schloss sich unmittelbar an: Virtuos glitt Christian Reif beim Vortrag von Johann Sebastian Bachs dreisätziger „Fantasie in G-Dur (Pièce d´orgue) für Orgel“ (BWV 572) über die Tasten und Pedale. Immer transparent, äußerst leichtfüßig und scheinbar mühelos gespielt – die Orgelfantasie verstrich wie im Flug

Wendung zur Krippe

Nach Mendelssohn-Bartholdy und Bach nahmen vier besinnliche Weihnachtssätze das Geschehen in Bethlehem aus der Sicht der Beteiligten in den Blick: Hans Kullas „Vom Himmel hoch“ und Gottfried Müllers „Den geboren hat eine Magd“ überzeugten durch die Schlichtheit der musikalischen Form.Zur Krippe zoomten Johann Friedrich Reichardts „Heilige Nacht“ und Johannes Eccards „Ich steh an deiner Krippen hier“ – Zuhörerinnen und Zuhörer kamen so dem Jesuskind ganz nah. Ein gelungenes, musikalisch ansprechendes und atmosphärisch dichtes Konzert.

Stefan W. Römmelt
 

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Kantorei der Deutschhauskirche singt Palestrina in St. Burkard

Wieso singt eine evangelische Kantorei die 1562 vollendete „Missa Papae Marcelli“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina, dem „Fürsten der Musik“? Ganz einfach: Mit der Messe, die laut Legende die Trienter Konzilsväter vom Verbot mehrstimmiger Kirchenmusik abhielt, erreichte die Vokalpolyphonie der Renaissance in der Mitte des 16. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. Und im Zeitalter der Ökumene singen auch katholische Kirchenchöre Bach.

Ein anspruchsvolles ökumenisches Gastspiel

Der also in zweifacher Hinsicht ökumenische Auftritt der Kantorei in der Vorabendmesse der katholischen Nachbarpfarrei St. Burkard am 29. Oktober 2011 ließ hören, was in dem doch relativ kleinen, ca. 40 hoch motivierte Sängerinnen und Sänger zählenden Chor steckt – man hätte mitsingen mögen. Die elegante und zu einem dichten Gespinst von sich vereinigenden und wieder trennenden sechs und teilweise sieben Stimmen verwobene, nach Palestrinas Gönner Papst Marcellus II. benannte Messe ist äußerst anspruchsvoll.

Versierte Klangarbeit

Aber Kantor Christian Reif, seit 1994 in Deutschhaus tätig und ein passionierter Kenner der Alten Musik verstand es, die Spannung in den einzelnen Stücken vom Kyrie bis zum Agnus Dei, aufrecht zu erhalten und die musikalische Umsetzung des Textes plastisch herauszuarbeiten.

Eine bewegende Einladung zur Reflexion

Insgesamt dauerte allein die Musik der Messe eine halbe Stunde. 30 Minuten, in denen die Kantorei den Zuhörerinnen und Zuhörern die Möglichkeit der Betrachtung bot. Die Gelegenheit, inne-zuhalten und wenige, wohl bekannte Worte und Wendungen auf sich wirken zu lassen. Die Option, in sich zu gehen und der Reflexion freien Schwing-Raum zu lassen. Gedankenräume zu eröffnen.

Überraschende Töne

Fazit: Ein gelungener musikalischer Beitrag zur Ökumene in der abendlich stimmungsvoll erleuchteten Kirche St. Burkard, die zugleich Schauplatz einer Papst kritischen, Reformen einfordernden und wahrhaft evangelischen Predigt war. Man wünscht sich mehr Überraschungen dieser Art.

Stefan W. Römmelt

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