Berichte

Warm bis Heiß
Impressionen von der Ökumenischen Bibelwoche 2012
Hoffnung, Klage, Fragen und Dank – vier Psalmen zu diesen existenziellen Themen lockten mehr als 20 TeilnehmerInnen aus den Pfarrgemeinden St. Burkard und Deutschhaus mit Erlöser zur Ökumenischen Bibelwoche vom 6. bis 9. Februar 2012.

Brot und Wein
Wer sich trotz teilweise sibirischer Temperaturen aus dem Haus gewagt hatte, wurde nicht enttäuscht: Es warteten Wärme und „Brot und Wein für die Seele“ – so hatte ein Theologe die Psalmen charakterisiert und damit verdeutlicht, dass nur die Lektüre der Psalmen eine echte Begegnung mit dem „Komplement zu den fünf Büchern des Mose“, der Thora, ermöglicht.

Paritätische Besetzung
Den Rahmen für die intensive Beschäftigung mit Psalm 27, 42, 71 und 145 bot das Gemeindezentrum der Deutschhauskirche, wo Gemeindereferentin Michaela Klüpfel, Pfarrer Gerhard Zellfelder, Pater Walter Kirchmann und Pfarrer Georg Salzbrenner jeweils einen Abend gestalteten. Der Ablauf war gleich: Auf die Vorstellung des Psalms folgten der “Hierarchie freie” Austausch über den Inhalt des jeweiligen Textes und ein abschließendes Gebet.

Heiße Diskussionen
Rasch kamen die äußerst diskussionsfreudigen ZuhörerInnen miteinander ins Gespräch. Warm bis heiß heizte nicht nur das Kaminfeuer im Keller des Gemeindehauses ein: Die offene Gesprächsatmosphäre bot auch für kritisches Hinterfragen scheinbar unumstößlicher Wahrheiten und die Artikulation persönlicher Betroffenheit ausreichend Platz.

Unverändert aktuell
So wurde bereits am ersten Abend klar: Die Psalmen, die „Bibel in der Bibel“ und das Gebetbuch Jesu, sind auch nach mehr als zwei Jahrtausenden für die Artikulation von elementaren Gefühlen und Bedürfnissen unverändert aktuell. Für welches Buch gilt dies noch?

Stefan W. Römmelt

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Weihnachten – die wahre Revolution

Gedanken zum Magnifikat

Kaum ein Fest weckt wohl so die Sehnsucht nach Frieden und Geborgenheit wie Weihnachten.

Aber die Geburt Christi war keineswegs eine Idylle. Im Neuen Testament ist vielmehr von Unterwegs sein die Rede, von Abgewiesen werden, von Ausgegrenzt sein. Hart lag es sich auf dem Stroh. Wir sind am Rande der Gesellschaft. Doch was hat all dies mit dem Magnifikat zu tun?

Revolution als Vision

Das Magnifikat, der Lobpreis Mariens, wie ihn Lukas in Anlehnung an den Lobgesang Hannas, der Mutter des Propheten Samuel, überliefert, konfrontiert uns mit den Folgen des Weihnachtsfestes.

Der Evangelist legt der schwangeren Maria bei der Begegnung mit ihrer Base Elisabeth, der Mutter Johannes des Täufers, zwar ein Lied auf die Größe Gottes in den Mund: Der Allmächtige hat sie als jungfräuliche Mutter seines Sohnes auserwählt, und bis in die fernste Zukunft wird man Maria preisen.

Doch dabei soll es nicht bleiben. Maria prophezeit eine radikale Veränderung der Gesellschaft: Die Hochmütigen, Machtbesessenen müssen abtreten. Den Machtlosen und Armen wird Gerechtigkeit zuteil. Eine radikale Vision, ja, eine Umkehrung der Verhältnisse. All dies ist nicht Menschenwerk, es ist Gottes Hand, die den ungerechten Status quo beendet.

Dynamik der Verkündigung

Die Dynamik des Magnifikat vermittelt auch ein Gemälde Georg Anton Urlaubs aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, das seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in der Deutschhauskirche hängt. Es zeigt die Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria und stammt aus der im 19. Jahrhundert abgebrochenen Würzburger Kartäuserkirche.

Auf einer Wolke kniend, teilt der  Engel Maria die weltverändernde Botschaft mit und verweist dabei mit dem Zeigefinger nach oben. Marias Blick ist aber schon auf zwei Engel mit der Lilie als Symbol der Reinheit  und die Krippe gerichtet, die im Vordergrund des Bildes zu erahnen ist

Weihnachten als wahre Revolution

Der Einbruch des Göttlichen in die Idylle des Alltags mag uns verwirren und Unordnung stiften. Greifen wir diese Dynamik auf, und verändern wir uns und die Welt. Dann tragen wir unseren Teil dazu bei, dass Marias Vision von einer umfassenden Verwandlung der Welt Wirklichkeit wird.

Stefan W. Römmelt

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Impressionen vom Familiengottesdienst und vom Mitarbeiter- und Gemeindeadvent

Der Advent gehört zu besonders dichten Zeiten im Jahr. Weihnachten steht vor der Tür, und die Erwartung des Fests der Liebe mischt sich mit dem Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr. Dies gilt auch für die Deutschhauskirche. Zwei Höhepunkte der diesjährigen Adventszeit bildeten der Familiengottesdienst am 1. Advent und der Mitarbeiter- und Gemeindeadvent am 9. Dezember 2011.

Die heilige Lucia und ein üppiger Weihnachtsbasar

Im Zentrum des Familiengottesdienstes am 1. Advent stand die Geschichte von der sizilischen Heiligen Lucia: Die Syrakusanerin hatte in der Zeit der Christenverfolgungen bedrohten Freunden geholfen. Als Zufluchtsort diente das unübersichtliche Höhlensystem in der Umgebung ihrer Heimatstadt. Um sich dort zu orientieren, trug Lucia, die Lichtbringerin, eine Lichterkrone. So die Legende. Den Auftritt einer „echten“ Lucia im Gottesdienst werden die Kinder wohl nicht so schnell vergessen

Der Adventsbasar bot den Eltern und Kindern anschließend eine willkommene Möglichkeit, sich mit vorweihnachtlichen Köstlichkeiten zu stärken. Erwerben konnte man unter anderem schmackhaftes Gebäck aller Ort, das die Eltern der Kindergartenkinder zur Verfügung gestellt hatten – der Erlös war für den Kindergartenneubau bestimmt.

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Erbauliche Lieder und heitere Geschichten

Am 9. Dezember kam eine andere Gruppe zusammen, um sich auf Weihnachten einzustimmen: Pfarrer Zellfelder hatte zum Mitarbeiter- und Gemeindeadvent eingeladen. Besinnliche Lieder, gute Plätzchen und Glühwein trugen dazu bei, dass die Zeit wie im Flug verging und Leib und Seele gleichermaßen gestärkt wurden. Auch der Humor kam bei der entspannten und harmonischen Feier nicht zu kurz.

Stefan W. Römmelt

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